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Unser Jubiläum

Am 22. Juni 2019 wollen wir gemeinsam mit befreundeten Vereinen und natürlich mit Ihnen unser 50-jähriges Vereinsjubiläum auf dem Markt in Bad Gottleuba feiern. 

Dafür laufen die Vorbereitungen im Hintergrund schon auf Hochtouren. 

I. Teil

Erzählungen und ersten Aufzeichnungen zu Folge flammten erste Ideen bereits in den Jahren 1967/68 vom damaligen Bad Gottleubaer Bürgermeister Walter Poitzschke auf – damals beschrieben als „kampferprobtem Genossen“. Dass er einen Nerv für die Musik hatte, liest man aus den Zeilen: „Bei passender Gelegenheit griff er zur Gitarre und spielte Lieder seiner Jugendzeit und die alten Kampflieder.“. Schon bald fanden sich nach einer Umfrage erste Interessenten mit Harry Neumann, Rudolf Winkler und Rudolf Schüttauf. Nach einem Aufruf hatten sich Schüler, Jugendliche und Erwachsene gemeldet, die Interesse an einer Schalmeienkapelle bekundeten. Die Eine oder Andere kennen vielleich noch den (Zigarre rauchenden und strengen) Lothar Adam als Leiter und Dirigent und Rudi (Rudolf) Schüttauf als organisatorischen Leiter.

Die erste Zeit als Schalmeienkapelle

 

Mit 21 Musikfreunden fand am 29. Mai 1969 im Feuerwehr-Gerätehaus Bad Gottleuba die erste Übungsstunde statt. Bereits gebrauchte Instrumente der aufgelösten WISMUT-Betriebskapelle, organisiert durch Lothar Adam, wurden verteilt. Erste Töne wurden den Instrumenten entlockt, laut Aufzeichnungen „ein höllisches Gedudel“. Nicht nur dem Ehrgeiz des musikalischen Leiters ist es zu verdanken, dass bereits am 08. März 1970 der erste Auftritt in der Öffentlichkeit erfolgte – in Aufzeichnungen als „der erste Versuch“ betitelt. Nicht nur unseren derzeitigen Mitspielern sind erste Musikstücke wie: „Spartakusmarsch“, „Der kleine Trompeter“, „Auf auf zum Kampf“ und „Straße frei!“ ein Begriff.

Natürlich waren die Gottleubaer und Hartmannsbacher Einwohner stolz auf „ihre Kapelle“, von der sie an diesem Tag geweckt wurden. In späteren Jahren wird das Datum der ersten Übungsstunde als das Gründungsdatum in unsere Geschichte eingehen:

 

Der 29. Mai 1969

II. Teil

Dem „ersten Versuch“ 1970 zur Kommunalwahl folgten 5 weitere um auch das Publikum umliegender Ortschaften glücklich zu machen. So beispielsweise in Oelsen zur Eröffnung der KONSUM- Verkaufsstelle - mittlerweile leider auch schon lange Geschichte.

Nicht nur das gemeinsam genutzte, damalige Depot der Feuerwehr Bad Gottleuba als Übungsraum für die Schalmeienkapelle verbindet uns mit dieser - mit Grauen denken die damaligen Kapellenmusiker an die zu Auftritten getragenen (Feuerwehr-) Uniformen. „Schwer, warm und das Gefühl einer Pferdedecke“ ist die treffende Umschreibung, und das zu bereits 15 Auftritten 1971, die meist im Sommer stattfanden. Mit Freude und Wehmut denken viele an den Feuerwehr- Mannschaftswagen H3A, der uns als Taxi zu den Auftritten brachte.

Ob wir es auferlegt bekamen oder man wissen wollte, wo wir stehen?... Einem Bezirksleistungsvergleich 1973 in Freital stellten sich unsere Musiker erstmals 13 weiteren Kapellen - wohlgemerkt mit „sehr gutem Ergebnis“. Immer wieder taucht in den Aufzeichnungen eine „gute Zusammenarbeit mit dem Schalmeienzug Graupa“ auf - diese wird sich noch weiterhin bestätigen.

Arbeiterfestspiele Dresden 1975, Parkfestspiele Weesenstein 1977, Blasmusikfestspiele Görlitz 1977 und Elbefestspiele in Pirna 1977: hochtrabende Begriffe, aber Kostproben aus den Auftrittsplänen unseres Vereins. Auch ein neues Domizil wurde 1977 im Sozialgebäude Bad Gottleuba (heute Fa. Lehmann) das Unsere.

Auf 20 m² sind nun für die folgenden 20 Jahre Übungsraum und Instrumentenlager komprimiert.

Höhepunkte 1979? Zweifelsohne das Treffen der 21 besten Schalmeienorchester der DDR mit uns, sowie natürlich unser 10-jähriges Bestehen.

„Wir werden Bauern“

Das Jahr 1986 bringt einen Wechsel unserer Trägerschaft. Die damalige „LPG (P) Freundschaft Bad Gottleuba“ unter Vorsitz von Helmut Klem ist unser neuer Träger. Fast 10 Jahre bis dahin bestand unsere Einsatzkleidung aus grauer Hose, weißem Hemd und blauer Windjacke. Erste Neuanschaffungen waren Instrumente und eine Neueinkleidung in beige Hosen und weinrote Jacken - maßgeschneidert! In diesen konnten wir uns auch anlässlich unseres 20-jährigen Bestehens im Mai 1989 präsentieren. Dass wir schon bald unseren härtesten Überlebenstest zu bestreiten hatten, das konnte damals noch keiner ahnen… doch dazu mehr im nächsten Kapitel unserer Geschichte.

„Nach jedem Tief kommt wieder ein Hoch“

In einer selbstkritischen Niederschrift vermerkt Rudi Schüttauf, org. Leiter, dass im Jahre 1980 gerade ein „Tief“ unseren Musikzug erreichte - Krankheit des musikalischen Leiters Adam und „ständige Wechsel der Musikfreunde aus unterschiedlichen Gründen“ sind u.a. aufgeführt. Es ist die Zeit, in der unser unvergessener Franz Kühnel neben anderen den Zug auf den Beinen hält. Wir sind stolz, dass uns aus jener Zeit noch einige Mitspieler aktiv begleiten.

 

III. Teil

Zwanzig Jahre Schalmeienkapelle Bad Gottleuba sind Geschichte- wir schreiben das Jahr 1989. Durch einen tragischen Unfall verlieren wir einen unserer Mitspieler, Tino Lösel (damals 20 Jahre alt) durch einen Verkehrsunfall.

Ein Wind der Veränderungen, besungen von den Scorpions mit „Wind of change“, liegt bereits in der politischen Luft. Die Unruhe konnte man am Vorabend des 7.Oktober 1989 zu einem Auftritt in Berggießhübel bereits spüren. Dass wir den Zerfall der DDR nicht als unseren Untergang sondern als Chance annahmen, ist dem Durchhaltewillen unserer damaligen Schalmeienmitglieder zu verdanken und kostete noch so manche Erfahrungen. Nicht selten saßen nur 7-8 Spieler dienstagabends im Übungsraum (Sozialgebäude) beieinander - trotzdem wurde musiziert! Es lag auf der Hand, dass es so nicht weitergehen konnte. Eine Art Krisensitzung in der Bergbaude Hartmannsbach an einem Samstagvormittag 1991: die aktuelle Situation wurde dargelegt und es musste sich JEDER positionieren ob Ende oder Neubeginn. Und das Ergebnis?...wir bleiben beieinander, starten durch und werden die Gründung eines Vereines betreiben.

"Wir machen weiter"

Inzwischen eröffneten sich neue Auftrittshorizonte für uns. Mit dem Aufleben von Schützen- und Heimatvereinen und mit ihnen Festen und Umzügen, lernten viele unsere Marschmusik zu schätzen. Mit „Sieben Fässer Wein“, „Fahrende Musikanten“ und dem „Trompetenecho“ füllten sich unsere Notenmappen. Vielleicht lag es am Eifer in dieser neuen Zeit, dass wir für das Jahr 1993 versehentlich unser 25-jähriges Bestehen ansetzten - ein Jahr zu früh…

 

"Frischer Zwirn und schräge Töne"

Schick neu eingekleidet mit Sakko, Weste, Hemd und Hose war dann 1994 unser Jubiläumsjahr gekommen und wurde gefeiert. Nicht vergessen werden wir die Grillabende an der Talsperre und unsere Ausfahrt nach Kelheim 1996: Aktivitäten, die unseren Verein immer mehr zusammenschweißten.

Dank einer Förderung und dem Zutun einheimischer Gewerbetreibender konnten 1998 unsere Instrumente in ihrem Herkunftsort Markneukirchen aufgearbeitet werden, für damals 26.500 DM. Der erste Auftritt nachher geriet fast zur Farce, da diese hätten erst eingespielt werden müssen. Aber wir hangelten uns über diesen Auftritt - damals in Rathen.

Dem Zufall war es zu verdanken, dass wir das neue Jahrtausend in der Neujahrsnacht auf Bad Gottleubas Markt mit Schalmeienmusik begrüßen durften.

 

IV. Teil

Wir befinden uns im Jahr 2000. Im zukünftigen Bürgerhaus wird gewerkelt und in dessen Keller für unseren Verein ein Proberaum geschaffen. Vorerst sind wir glücklich über unser neues Domizil, doch erste Probleme ließen nicht lange auf sich warten. Im Hochwasser-Sommer 2002 stand auch darin das Wasser ca. 20 cm hoch und eine Sanierung machte sich notwendig. Im leerstehenden Speisesaal der MAFAGO fanden wir zwischenzeitlich eine Notunterkunft.

Eine schöne Ausfahrt in die Lüneburger Heide im gleichen Jahr ließ uns wieder Energie schöpfen.

Mit Udo Kürschner als neuen Vereinsvorsitzenden konnten wir uns auch weiterhin nicht über zu wenige Auftritte und Aktivitäten beklagen. Im Rahmen der Sonnenwendfeier beging die Schalmeienkapelle im Jahr 2004 ihr 35-jähriges Jubiläum.

Zahlreiche Gastkapellen konnten wir auch hier begrüßen und es wurde gemeinsam musiziert - dirigiert von unserem unvergessenen Franz Kühnel.

Immer wieder kamen und gingen Musikfreunde in unseren Reihen. Gastauftritte bei anderen Musikfesten ließ bei vielen von uns das Herz höher schlagen. Dass Musik - auch Schalmeienmusik - gelebt werden kann und muss, war eine neue Erkenntnis für uns. Und wir nahmen uns der Sache an.

Mit einer Reihe neuer Musiktitel, aufgerüstetem Schlagzeug, speziellen Übungsstunden für unseren Schalmeien - Nachwuchs und der Investition in Poloshirts spürte man Bewegung in unseren Reihen. Ein Bus der Fa. Jurk warb inzwischen für uns, liebevoll auch „Schali- Bus“ genannt und brachte uns zu so manchem Auftritt. Mit einem Auftritt zum internationalen Blasmusikfestival in Kolin (CZ) ging so mancher Wunsch im Juni 2009 in Erfüllung. Seither lenkt Ralf Lange mit seinem Team die Geschicke des Vereins. Zweifelsohne war auch das Jubiläum im gleichen Jahr ein Höhepunkt. Leider verstarb im Folgejahr unser Gründungsmitglied und Mitspieler Harry Neumann.

2013 - Stadtfest Bad Gottleuba. Und wir erstmals mit rotem Hemd und Krawatte als festliche Variante unserer Garderobe. Der Begriff „Spätsommergebla(e)se“ ging 2014 erstmals in die Annalen der Geschichte ein - klein geplant und doch eine große Sache gewesen, zusammen mit unseren Freunden aus Großpösna.

Seither können wir uns über einen steten Zugang neuer Mitspieler freuen. Im Mai 2016 mussten wir leider Abschied von unserem Mitglied Franz Kühnel nehmen.

Inzwischen sind wir, die Schalmeienkapelle Bad Gottleuba, zu einer fast 50 Musiker zählenden Formation gewachsen. Wir blicken mit Freude unserem 50. Jubiläum entgegen, wünschen uns viele schöne gemeinsame Stunden mit Ihnen, verehrtes Publikum und bedanken uns für Ihre Treue unserem Verein gegenüber.